Suzana Numani Rama erklärt, was nötig ist, um die Leidenschaft zum Beruf zu machen

Suzana Numani Rama
Inhaberin der Numani Bildungseinrichtungen

„Arbeiten Sie, riskieren Sie etwas, trauen Sie sich! Aller Anfang ist schwer, aber mit Leidenschaft, Hingabe und Professionalität kommen Sie ans Ziel“

 

 

 

Suzana Numani Rama, Inhaberin der Numani Bildungseinrichtungen

 

  • Gründerin einer der ersten privaten Bildungseinrichtungen in Albanien
  • Die Schule zählt mittlerweile rund 1000 Schüler und 90 Lehrer
  • Sie ist zweifache Mutter: ihr Sohn Albi studiert Informatik, ihre Tochter Besa ist Verwalterin und Direktorin bei Numani

Die Schulen in Albanien waren seit den Zeiten des kommunistischen Regimes unter staatlicher Verwaltung. Seit den 1990er Jahren hat sich einiges verändert. Mit der Beseitigung der alten kommunistischen Propaganda aus den Lehrplänen ging die Eröffnung nichtöffentlicher Einrichtungen einher. Suzana Numani Rama war zu dieser Zeit Lehrerin und entschied, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und eine Privatschule zu eröffnen. Mit ihren Kompetenzen in den Bereichen Unterricht und Unternehmertum, die auch andere in ihrer Familie besitzen, begann sie mit 64 Schülern und neun Mitarbeitern. Hier erzählt sie WEgate, wer sie inspiriert hat, welchen Herausforderungen sie sich stellen musste und gibt zukünftigen Unternehmerinnen einen Rat.

 

WEgate: Erzählen Sie uns etwas über Ihr Unternehmen.

 

Suzana Rama: In Albanien begann die nichtöffentliche Bildung im Jahr 1999. Genau in diesem Jahr wurden erste Privatschulen gegründet.

 

Zu dieser Zeit arbeitete ich als Lehrerin in einer Grundschule meiner Heimatstadt und half nach dem Unterricht meiner Mutter in ihrem Geschäft.

 

Neben dem Unterricht erwarb ich unternehmerische Kompetenzen, wodurch die Idee einer Privatschule entstand.

 

Bei der Eröffnung hatte die Schule 64 Schüler und neun Mitarbeiter. Mittlerweile haben wir 1000 Schüler und 90 Lehrer. Meine Tochter Besa ist Schülerin der gymnasialen Oberstufe, Verwalterin und Direktorin der Numani Bildungseinrichtungen, die in allen Bereichen tätig sind: Tagesbetreuung, Grundschule und Gymnasium.

 

Wer oder was hat Sie zur Gründung Ihres eigenen Unternehmens angeregt?

 

Meine erste Hilfe und Inspiration war mein Vater, der in unserer Stadt ein angesehener Lehrer ist.

 

Welchen Herausforderungen mussten Sie sich stellen, als Sie sich für die Gründung Ihres Unternehmens entschieden? Hatten Sie Unterstützung irgendeiner Organisation?

 

Ich wusste, dass ich einige Dinge anders angehen musste als staatliche Schulen. Die Einrichtungen, die Dienstleistungen, der T und selbstverständlich der Unterricht mussten erstklassig sein. Ich musste mich dieser Herausforderung jeden Tag stellen, mich fragen, ob ich mein Bestes gebe oder ich vielleicht mehr unternehmen könnte. Diese Gedanken habe ich weiterhin jeden Tag, sie erinnern mich daran, immer das Beste zu geben.

 

Eine Schule zu verwalten und zu betreiben ist jeden Tag eine Kunst für sich, es ist wie eine Skulptur zu behauen, die ein Teil von dir selbst ist, deiner Seele und deines Wesens ... und natürlich harte Arbeit!

 

Das Hauptziel eines Schulleiters ist, fachliche Leitung und professionelle Verwaltung zu bieten, damit die Schule erfolgreich sein kann.

 

Der Schulleiter ist dafür verantwortlich, ein herzliches, produktives und motivierendes Lernumfeld für die Schüler und Lehrer sowie die untrennbaren Partner, die Eltern, zu schaffen.

 

Zunächst hatten wir schwierige Bedingungen in gemieteten Gebäuden. Wir haben allerdings immer die bestmöglichen akademischen Mitarbeiter ausgewählt.

 

Dank ihnen und meiner Leidenschaft und Hingabe hatten wir dann Erfolg.

 

Einen Mehrwert lieferte einer meiner wichtigsten Unterstützer – meine Mitgliedschaft in der SHGPAZ („Shoqata e Grave Profesioniste Afariste dhe Zejtare“ – Verband der Unternehmerinnen und des Handwerks), bei der es sich um eine einzigartige Vereinigung handelt, die Unternehmerinnen in Albanien unterstützt.

 

Unternehmertum gilt weiterhin häufig als männliches Hoheitsgebiet. Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Unternehmerinnen werden wollen?

 

Ich muss zugeben, dass mein Ehemann mich großartig unterstützt und mir bei der Verwaltung der Finanzen unterstützt.

 

In diesem Jahr haben wir einiges erreicht. Unsere besten Schüler in zahlreichen lokalen und regionalen Wettbewerben zu sehen, ist nicht nur Geschäft, wir vermitteln ihnen auch gesellschaftliche Werte. Wir bilden zukünftige Unternehmer aus: Menschen, die dieses Land in den kommenden Jahren anführen werden.

 

Unsere Schule ist eine der besten Schulen hinsichtlich moderner Unterrichtsmethoden wie interaktive Whiteboards, die den Lernprozess fördern sollen. Wir geben ihnen außerdem mit auf den Weg, stolz darauf zu sein, ein Teil ihrer Nation zu sein.

 

Normalerweise haben unternehmerische Tätigkeiten kaum Platz in den Lehrplänen der Schulen in Albanien, wir haben ihnen jedoch anhand spezieller Module eine angemessene Bedeutung eingeräumt. Wir haben mit unseren Schülern der 10. und 11. Klassen und ihrer Geschäftsidee „Recycelte Jeans“ in diesem Jahr sogar den ersten Preis in einem vom Bildungsministerium veranstalteten Wettbewerb gewonnen.

 

Die Schule verfügt über ein aktives Alumni-Netzwerk, das es ehemaligen und aktuellen Schülern erlaubt, in Kontakt zu bleiben. Wir ermutigen unsere Absolventen häufig, Unternehmer in ihren Berufen zu werden. Ich sage ihnen immer: Arbeiten Sie, riskieren Sie etwas, trauen Sie sich! Aller Anfang ist schwer, aber mit Leidenschaft, Hingabe und Professionalität kommen Sie ans Ziel.

 

Welcher Teil Ihres Berufs gefällt Ihnen am meisten?

 

Bildung, Bildung, Bildung!

 

Haben Sie ein Lieblingszitat oder Motto?

 

Mein alltägliches Motto lautet: „Weisheit macht uns stark und durch Stärke gewinnen wir“.