Saskia Biskup nahm die Dinge selbst in die Hand

Saskia Biskup
Mitbegründerin und Geschäftsführerin der CeGaT GmbH

Wenn Sie eine Idee haben, setzen Sie sie einfach um. Vielleicht müssen Sie ein wenig verrückt sein und Dinge ins Rollen bringen, obwohl andere sagen, dass es nicht funktionieren wird.

 

 

 

Saskia Biskup, Mitbegründerin und Geschäftsführerin von CeGaT GmbH

  • Das Unternehmen hat sich auf humangenetische Tests spezialisiert, mit denen bei Patienten krankheitsverursachende Mutationen festgestellt werden können
  • Gewinnerin des EU-Innovationspreises für Frauen 2014

Als Saskia Biskup 2009 ihr eigenes Unternehmen gründete, wusste sie, dass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen musste, wenn sie weiterkommen wollte. Trotz einiger Startschwierigkeiten beschäftigt CeGaT mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter, die alle von dem Wunsch getrieben werden, erkrankten Menschen zu helfen. 2014 wurde Saskia der EU-Innovationspreis für Frauen verliehen. WEgate stellte ihr einige Fragen, um mehr über diese inspirierende Frau zu erfahren.

 

WEgate: Was können Sie uns über Ihr Unternehmen erzählen?

 

Saskia Biskup: Die CeGaT GmbH wurde 2009 von mir und Dirk Biskup gegründet. Das Unternehmen hat sich auf humangenetische Tests spezialisiert und bietet alle bislang existierenden Gentests an. Zu unserem Service gehören auch die Beratung von Patienten, die Unterstützung von Klinikern bei der Suche nach dem richtigen Testverfahren für ihre Patienten und Unterstützung bei Behandlungsentscheidungen, insbesondere für Krebspatienten.

 

Wir testen Einzelgene, Gen-Panels, ganze Exome und Genome. Im Labor werden sämtliche Methoden umgesetzt, unter anderem die Sequenzierung nach Sanger, Next-Generation Sequencing, qPCR, MLPA, Microarray, Repeat-Analysen, Methylierungs-Tests, microRNA und ganze Transkriptomanalysen. Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf Tests zellfreier DNA (fetaler DNA aus dem Blut der Mutter oder zellfreier Tumor-DNA).

 

Heute beschäftigen wir mehr als 100 Mitarbeiter und wachsen weiter.

 

Was oder wer hat Sie dazu inspiriert, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

 

Irgendwann wurde uns klar, dass wir mit unserer Idee nur weiterkommen, wenn wir nicht darauf warten, dass etwas passiert, sondern selbst aktiv werden.

 

Welche Herausforderungen sind Ihnen begegnet, als Sie sich zur Gründung Ihres Unternehmens entschlossen? Bekamen Sie Unterstützung von Organisationen?

 

Es gab und gibt immer noch viele Herausforderungen. Als wir das Unternehmen gründeten, glaubten die meisten nicht, dass es funktionieren würde. Die technischen Herausforderungen waren immens, die Geräte funktionierten nicht richtig und wir mussten viel Geld in die Forschung und Entwicklung stecken.

 

Wir waren vollkommen unbekannt, bis wir 2011 den Deutschen Gründerpreis gewannen. Wir hatten fast keine Bewerber und keine Kunden und unsere allerersten Projekten haben Freunde angestoßen.

 

Als wir erste kleine Erfolge hatten, versuchten unsere Konkurrenten uns loszuwerden. In letzter Zeit habe ich aber den Eindruck, dass insbesondere die Zusammenarbeit von Universitäten im Rahmen von EU-finanzierten Projekten dazu geführt hat, dass kleine und große Unternehmen als großer Vorteil angesehen werden. Kleinunternehmen sind sehr flexibel und können – wie in unserem Fall – Forschungstätigkeiten sehr schnell und effizient auf den Patienten übertragen.

 

Wir kämpfen immer noch mit zahlreichen Herausforderungen wie z. B. wie wir unser Marketing in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld gestalten, Spitzenkräfte für uns gewinnen und wettbewerbsfähig sind. Das liegt insbesondere daran, dass die USA und China Unmengen von Geldern in die personalisierte Medizin stecken, während wir in Deutschland gefühlt zehn Jahre hinterherhinken.

 

Das Unternehmertum gilt häufig immer noch als Männerdomäne. Was würden Sie jungen Frauen raten, die Unternehmerin werden möchten?

 

Für mich bedeutet Unternehmertum, in einem Team zu arbeiten – dabei spielt das Geschlecht keine Rolle. Noch wichtiger ist, dass jedes Teammitglied auf seinem Gebiet sehr gut sein muss. Die Kompetenz kann nicht nur auf den Schultern von einer oder zwei Personen liegen, sondern muss im ganzen Team vorhanden sein. Unser hochgradig interdisziplinäres und bunt gemischtes Team ist fantastisch. Mir geht es nicht darum, Geld zu verdienen, sondern um Leidenschaft. Ich bin der festen Überzeugung, dass man andere inspirieren kann, wenn man seine Tätigkeit liebt.

 

Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?

 

Mir macht fast alles Spaß, vor allem aber die Arbeit mit äußerst motivierten und hochintelligenten Menschen. Es macht mich glücklich, dass unsere Arbeit Patienten hilft, und ich bin sehr dankbar für das, was von den Patienten zurückkommt. Das motiviert mich bei weitem am meisten, meine Arbeit fortzusetzen und niemals aufzugeben.

 

Persönliches Motto/Lieblingszitat?

 

Du bist nie allein.