Mehr weibliche Kleinstunternehmer denn je: Die meisten verdienen kein Vermögen, würden es aber weiterempfehlen

Stephen Batstone

Laut einem für das Dienstleistungsunternehmen Vistaprint* erstellten Bericht verdienen die meisten Frauen, die ein Kleinstunternehmen** betreiben, zwar kein großes Vermögen, jedoch erscheint ihnen ihr Geschäft lohnenswert im Hinblick auf das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben, Zeiteinteilung und die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Ganze 80 % sagen, sie würden es anderen Frauen empfehlen.

 

An der Umfrage nahmen etwa 700 Kleinstunternehmerinnen in den USA und Großbritannien sowie 500 Geschäftsinhaberinnen teil. Zwei Drittel der Befragten glauben, dass mittlerweile größere Chancen für Frauen bestehen, ein Unternehmen zu gründen, als jemals zuvor.

 

 

Etwa 60 % der befragten Geschäftsinhaberinnen erwarten,

  • dass ihr Unternehmen in den kommenden fünf Jahren weiter wächst. Dies gilt insbesondere für jüngere Frauen, die vermutlich jüngere Unternehmen besitzen. Die älteren Befragten wollten ihre aktuellen Geschäftszahlen eher beibehalten oder das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren veräußern.
  • Die meisten Geschäftsinhaberinnen verdienen lediglich ein kleines oder mittleres Einkommen. Von den Befragten sagten 70 %, dass sie weniger als 45 000 EUR im Jahr verdienen, 8 % erwarteten sogar keinerlei Einkommen für das laufende Jahr. Lediglich 3 % schätzten, dass ihr Unternehmen in diesem Jahr Einnahmen von über 113 000 EUR generieren wird.
  • 20 % haben neben ihrem Geschäft eine zweite Arbeitsstelle und 80 % zusätzliche Einkommensquellen in ihrem Haushalt. 
  • Dennoch gaben etwa 45 % an, genug mit dem Kleinstunternehmen zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
  • Zwei Drittel sagten aus, sie würden eine Fremdunterstützung bei der Verwaltung und Weiterentwicklung ihres Geschäfts begrüßen.
  • Die Unterstützung durch Geschäftsinhaberinnen ähnlicher Unternehmen wird als besonders wichtig angesehen, 33 % wünschen sich Betreuungsmöglichkeiten, weitere 33 % Beratung durch andere Geschäftsinhaberinnen und 30 % wüssten einen Zugang zu Vereinigungen von Kleinstunternehmen zu schätzen. 
  • In Bezug auf ihre Finanzierung gab ein Drittel der Befragten an, mehr steuerliche Anreize zu benötigen, und 25 % forderten umfangreicheren Zugang zu Darlehen oder Finanzhilfen, damit ihr Unternehmen erfolgreich sein kann.

 

Kernaussagen

 

Unter der Annahme, dass diese umfassenden Erkenntnisse auch für von Frauen betriebene Kleinstunternehmen in anderen Ländern gelten, können wir einige nützliche Schlussfolgerungen für die Förderung des Wachstums weiblichen Unternehmertums ziehen:

 

Für Unternehmerinnen

Als potenzielle Jungunternehmen sollten Sie sich dadurch ermutigt fühlen, dass die Chancen für Unternehmerinnen steigen und ein Unternehmen auch dann eine sehr lohnenswerte Berufswahl darstellen kann, wenn Sie kein Vermögen damit verdienen. Voraussetzung ist, dass Sie sich für ein Geschäft entscheiden, das Sie lieben, und das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben nach Ihren Bedürfnissen gestalten.

 

Für Unternehmensdienstleister

Die möglicherweise beste Unterstützung, die Sie geben können, ist für Gruppen von Kleinstunternehmerinnen Möglichkeiten zu schaffen, sich zu treffen und voneinander zu lernen, z. B. in Form von Betreuungssystemen, Unternehmensvereinigungen, Netzwerkveranstaltungen oder Schulungsprogrammen. 

 

Für politische Entscheidungsträger

Die Schwerpunkte sollten auf der Gewährleistung des Zugangs zu Finanzmitteln und steuerlichen Anreizen für Kleinstunternehmerinnen sowie der Unterstützung von Netzwerken und Betreuungsmöglichkeiten liegen.

 

 

 

 

*Lesen Sie hier mehr über die Erkenntnisse aus dem Bericht: Vistaprint
**Als „Kleinstunternehmen“ gilt ein Unternehmen mit weniger als 10 Angestellten, damit gehören Selbständige und Freiberufler zu dieser Gruppe.