Junge Unternehmerin aus Lettland bekämpft den Klimawandel

Marija Rucevska

Marija Rucevska ist zwar jung, aber in der baltischen Hightech-Startup-Szene schon sehr bekannt. Als Mitbegründerin und ehemalige CEO von TechChill und Helve brennt sie für neue Herausforderungen. Ihr jüngstes Projekt ist gleichzeitig das größte und komplizierteste – die Bekämpfung des Klimawandels.

 

Marija war schon sehr früh Teil der Startup-Szene. Zuvor arbeitete sie als Event- und Community-Managerin in einem Community Hub in Riga, Lettland. Dabei traf sie viele Unternehmer und erlebte, wie die Start-up-Welt funktioniert. Diese Umgebung inspirierte sie, selbst die Initiative zu ergreifen. Und so entstand ihr erstes Projekt, die TechChill Organisation.

 

Mitzuerleben, wie große Dinge in der Technologie-Szene erreicht werden können und welche Gedanken hinter den Projekten stehen, motivierte sie zur Gründung ihres eigenen Unternehmens. „Ich wusste sofort, dass [ein Start-up] etwas war, was ich in Zukunft tun wollte und ich musste dranbleiben, um vorher genug zu lernen”, erklärt sie.

 

Dieser Lernprozess hat sich offensichtlich gelohnt; ihr erstes Unternehmen war eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, junge Start-ups in den baltischen Staaten zu unterstützen und junge Menschen generell zu ermutigen, Technologieunternehmer zu werden. Die jährliche TechChill-Veranstaltung in Riga wuchs von anfänglichen 350 Teilnehmern auf rund 2 000 Teilnehmer, darunter Entscheidungsträger, Investoren und junge Studenten aus ganz Europa. Als ihre größte Errungenschaft sieht sie den Beitrag dazu, dass sich die baltischen Staaten und Riga einen Namen für innovative Technologien in Europa gemacht haben.

 

Auf die Frage, warum sie ihre Position als CEO von TechChill aufgegeben hat, antwortet Marija, sie hätte alles erforderliche gelernt und wollte nun anderen die Möglichkeit geben, dasselbe zu tun. “Ich habe bei TechChill viel gelernt und das Gefühl, dass andere diese Lernkurve auch durchlaufen sollten. Für mich wurde es Zeit für etwas anderes”, meint sie.

 

Immer vorwärts

 

Ihr jüngstes Abenteuer, Quro Protocol, begann im April 2018. Marija beschreibt dieses Projekt so: „Damit leiste ich meinen Teil zur Rettung der Welt. Ich schaffe einen Entwurf dafür.”Mit Quro Protocol können Menschen sich in ihrem Alltag an nachhaltigeren Aktivitäten beteiligen und bekommen Anreize in Form einer stabilen digitalen Währung. Das Projekt hat vier Mitgründer und ein umfassendes Beraterteam. Das Projekt ist in vollem Gange und die Pilotversion kommt im Februar 2019 heraus. Das Hauptziel von Quro Protocol ist die Schaffung einer neuen Art von Wirtschaft – einer nachhaltigen – die von großen Volkswirtschaften angenommen wird und dazu führt, dass die Menschen ihr Verhalten ändern.

 

Was ihre Sicht auf das Unternehmertum angeht meint Marija, sie habe noch nicht genug Erfahrung um zu beurteilen, ob es sich mit der Zeit verändert hat: „Ich mache das erst vier, fünf Jahre”. Sie denkt, dass sie keine Tipps geben sollte, weil jeder andere Erfahrungen macht. Entscheidend für den Start sei aber der Fokus. „Unternehmer zu sein ist nicht so schwer. Man muss nur sein Ziel im Blick behalten. Aber das bedeutet für jeden etwas anderes, weil jeder anders ist”, erklärt sie.

 

Marija glaubt auch an die Bedeutung von Netzwerken: “[Sie sind] das Wertvollste, was man als Gründer haben kann. Alles dreht sich darum, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Menschen sollen dir vertrauen und auch dem, was du lieferst.” Ohne ein Netzwerk sei der Anfang schwer und koste viel mehr Zeit, Ressourcen und Anstrengung, fügt sie hinzu.

 

Zum Thema Herausforderungen erklärt Marija, anfangs sei es hart gewesen, da sie darum kämpfen musste, dass ihre Meinung Gehör findet. Die Arbeit mit älteren Menschen ermutigte sie, sich durchzusetzen und ihre Argumente anzubringen. Diese Schwierigkeiten müsse jeder bewältigen, der die ersten Schritte in der Unternehmenswelt macht. „Ich bin froh, dass ich keine großen Hürden überwinden musste, aber vielleicht habe ich das auch noch vor mir”, fügt sie hinzu.

 

Was rät sie angehenden Unternehmerinnen? Laut Marija ist das Wichtigste, keine Angst davor zu haben, die Initiative zu ergreifen. Auch solle man für jedes zu erreichende Ziel eine Start- und Endzeit festlegen, um darüber zu reflektieren, was getan wurde und was beim nächsten Mal anders gemacht werden könnte. Und sie erklärt: „Die meisten Menschen denken, dass man in Tech-Unternehmen einen außergewöhnlichen Verstand, Programmierkenntnisse und ingenieurwissenschaftliche Fähigkeiten braucht, aber das stimmt nicht. .