FOTEINI VALEONTI MACHTE AUS IHREM DISSERTATIONSPROJEKT EIN KUNSTVOLLES UNTERNEHMEN

Foteini Valeonti
Founder of USEUM

Während der Gründung stand ich vor vielen Herausforderungen, aber die Aufregung macht alle Ängste, Überstunden oder fehlende Erfahrung wett.

 

 

Foteini Valeonti, Gründerin von USEUM, dem „Weltkunstmuseum“

  • USEUM ist zugleich Online-Galerie der schönen Künste, Museum und Druck- und Souvenirshop
  • Auf der Plattform werden derzeit 70 000 Gemälde von 2 000 beteiligten Künstlern ausgestellt
  • 1. Platz beim Wettbewerb „Athens Startup Weekend“

Mit ihrem Hintergrund in Informatik und interaktiven digitalen Medien gründete Foteini Valeonti USEUM während ihrer Promotion am University College London (UCL) unter dem Titel „Making Art more Accessible with Crowdsourcing“ (Besserer Zugang zur Kunst durch Crowdsourcing). Das mit Startkapital unterstützte Projekt ist das erste Kunstmuseum, das durch Crowdsourcing finanziert wurde, und beschäftigt heute 14 Mitarbeiter. WEgate fragte nach, wie alles begonnen hat.

 

WEgate: Können Sie uns mehr über Ihr Unternehmen erzählen?

 

Foteini Valeonti: USEUM ist das Weltkunstmuseum, eine Plattform, die Kunst für den durchschnittlichen Internetnutzer zugänglicher und attraktiver machen soll. Einnahmen werden über den USEUM Shop erwirtschaftet, wo Besucher hochwertige Kunstdrucke und Geschenke der alten Meister sowie von internationalen zeitgenössischen Künstlern erstehen können.

 

USEUM präsentiert derzeit 70 000 Gemälde von 2 000 mitwirkenden Künstlern aus 105 Ländern und Hunderten berühmten Museen. Das Team von USEUM besteht aus insgesamt 14 Mitarbeitern, die in Voll- oder in Teilzeit arbeiten.

 

Die Vision von USEUM ist, im Internet ein Synonym für Malerei zu werden – daher sind seinem Wachstumspotenzial keine Grenzen gesetzt.

 

Was oder wer hat Sie dazu inspiriert, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

 

Die Person, die mir den entscheidenden Anstoß gegeben hat und mich hat erkennen lassen, dass ich mein eigener Chef sein wollte, war mein erster Business-Mentor, ein Selfmade-Millionär. Er sagte mir, um ein Unternehmen zu führen, benötigte ich keinen MBA, sondern „ein inneres Feuer“. Er hat dafür gesorgt, dass ich an mich glaube – zumindest genug, um mein Ziel zu verfolgen.

 

Mit welchen Herausforderungen waren Sie konfrontiert, als Sie sich zur Unternehmensgründung entschlossen hatten? Bekamen Sie Unterstützung von Organisationen?

 

Ja. Da ich in London wohne und seit meinem Umzug dorthin mit zwei stark unternehmerisch ausgerichteten Bildungseinrichtungen zu tun habe, wurde ich zuerst durch das Gründungszentrum des Ravensbourne College und anschließend durch UCL Advances unterstützt. USEUM selbst begann als mein Dissertationsprojekt am Centre for Advanced Spatial Analysis (CASA) des UCL, das nach wie vor sein Gründungszentrum ist.

 

Während der Gründung stand ich vor vielen Herausforderungen, aber die Aufregung macht alle Ängste, Überstunden oder fehlende Erfahrung wett. Das Schwierigste kommt erst später, finde ich, wenn man nicht mehr nur etwas erschaffen, sondern die meiste Zeit aufrechterhalten muss. Das können Kleinigkeiten sein, zum Beispiel die Wartung der Plattform, damit sie problemlos funktioniert, und für eine zufriedene Nutzergemeinschaft zu sorgen. Andere Situationen sind anspruchsvoller, etwa die Kollegen oder die Gesellschafter des Unternehmens zufriedenzustellen.

 

Das Unternehmertum gilt häufig immer noch als Männerdomäne – was würden Sie jungen Frauen raten, die Unternehmerinnen werden möchten?

 

Ich selbst war in der glücklichen Position, mich nicht im Vergleich zu Männern als Unternehmerin benachteiligt zu fühlen, obwohl das Technologiegeschäft besonders von Männern dominiert ist.

 

Männer haben sicher den Vorteil, dass sie von Natur aus selbstbewusster sind, wie auch Sheryl Sandberg in ihrem berühmten TED-Talk unterstrich. Das ist in einiger Hinsicht sehr hilfreich, wenn man der Geschäftsführer ist. Anderseits glaube ich, dass Frauen pragmatischer sind – das ist meiner Meinung nach wesentlich, wenn man ein bedeutendes Unternehmen gründen und langfristig führen möchte. Außerdem denke ich, dass wir etwas besser kommunizieren können. Das ist nicht nur beim Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen äußerst förderlich, sondern – was noch wichtiger ist – um ein tolles Team aus fähigen Leuten anzuziehen und zu motivieren.

 

Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?

 

Die Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Menschen, die die Vision des Unternehmens teilen, das man selbst Jahre, bevor man sich überhaupt kannte, gegründet hat, und die (das ist manchmal mein Eindruck) noch mehr als man selbst an das Projekt glauben und sich für seinen Erfolg einsetzen.

 

Lieblingszitat/-motto?

 

Mein Lieblingszitat stammt von Jack Ma, dem chinesischen Milliardär, der Alibaba gegründet hat:

 

„Wir wissen nur zu gut, dass wir nicht überlebt haben, weil unsere Strategien weitsichtig und brillant sind, oder weil unsere Umsetzung perfekt ist, sondern weil wir uns 15 Jahre lang beharrlich für unsere Mission eingesetzt haben […] und weil wir uns nicht vom Glauben haben abbringen lassen, dass gewöhnliche Menschen Außergewöhnliches leisten können.“