Ehemalige österreichische kinderwunsch-Coach hilft Frauen beim Verständnis ihrer Fruchtbarkeit mit einem innovativen Start-up

Silvia Hecher

Picture copyright: Ivary

 

Die österreichische Gründerin Silvia Hecher startete das Unternehmen Ivary, nachdem sie ihre persönliche Erfahrungen mit dem Thema gemacht hatte sowie Erfahrungen durch ihre journalistische Arbeit im medizinischen Bereich und als Kinderwunsch-Coach gesammelt hatte. Sie erkannte, dass „es sehr schwierig war, guten Rat von den Ärzten zu bekommen.” Dieser Mangel an guten Ratschlägen für Frauen ermutigte Silvia dazu, etwas dagegen zu tun.

 

Die Gründerin fand heraus, dass viele Frauen falsch über ihre Fruchtbarkeit informiert sind oder diese überbewerten. Sie fragten die falschen Fragen oder verließen sich stark auf die Meinung er Gynäkologen. Um dies anzugehen, tat sie sich mit einer Spezialistin für in vitro -Fertilisation zusammen, die sie aus ihrem ehemaligen Job als Chefredakteurin eines führenden österreichischen Portals über Medizin und gesunde Lebensweise kannte. Ihr Hintergrund liegt in den Bereichen Informationsmanagement und öffentliche Gesundheit, und die beiden bildeten ein starkes und kompetentes Team, und die Idee zu Ivary war geboren.

 

Ich habe zunächst als Kinderwunsch-Coach gearbeitet, weil ich mein Wissen erweitern und Menschen dabei helfen wollte, die Informationen zu finden, die sie gesucht haben,” erklärt sie.

 

Ivary hat mittlerweile zehn Mitarbeiter. Das Unternehmen ermöglicht es Frauen, mit einem Test ihre Eizellenreserve bestimmen zu lassen. Die Grundlage der Fruchtbarkeit. Da in diesem Bereich eine erhebliche Wissenslücke besteht, erkannte Silvia die Marktlücke und den Bedarf nach etwas, um dieses wichtige Thema anzugehen.

 

Wir haben sehr viel Marktforschung betrieben und herausgefunden, dass das Durchschnittsalter der Frauen, in dem sie Kinder bekommen können, bei 41 Jahren liegt, es gibt aber Schwankungen bei der Menopause. Einige Frauen kommen mit Ende 20 in die Wechseljahre, andere mit Mitte oder Ende 50 oder sogar mit Anfang 60. Wir hatten den Eindruck, dass man Frauen über die Variabilität der Fruchtbarkeit informieren muss und dass sie auch messbar sein muss,” erklärt Silvia.

 

Ein Problem, beim Fundraising für das Start-up war, dass die Verantwortlichen für das Risikokapital auf den meisten Veranstaltungen Männer waren, die nichts über Eizellenreserven wussen. Das hätte ein Problem für das Weiterkommen darstellen können. Aber Silvia erklärt, dass es ein „weltweites Problem ist, und eines dass nicht nur Frauen, sondern letztlich auch Männer angeht.” Und dieses Argument half dabei, Unterstützung zu erhalten.

 

Was bedeutet Unternehmertum für Silvia? Sie meint, „es ermöglicht dir, zu wachsen und treibt dich dazu, viel schneller auf einer persönlichen und nicht-professionellen Ebene zu wachsen, als es (andererseits) vielleicht der Fall gewesen wäre.” Sie ist der Meinung, dass dies besonders der Fall ist, wenn man ein Start-up gründet. Sie ist „sprachlos” angesichts der nötigen Perfektion und Ordnungsmäßigkeit, die aufrechterhalten werden muss, während man mit einem neuen Unternehmen Fortschritte macht. Daher gibt es eine konstante Debatte darum, was gut genug ist, um es auf den Markt zu bringen.

 

Doch sie legt dar, das wichtigste, was sie gelernt hat, sei, etwas zu schaffen, das Menschen brauchen und auch wollen, etwas, wofür sie bereit sind, etwas zu zahlen.” Wenn es nicht gebraucht und gewollt ist, funktioniert es möglicherweise nicht.

 

Silvia befürchtete, dass Gründer eher keine Kinder haben und dass es mit Kindern schwer ist, alles zu managen. Aber „ich kann Frauen nur dazu ermutigen, Partner zu finden, die sie unterstützen und sie im Berufsleben unterstützen.” Das – so meint sie – ist der zentrale Punkt, um eine erfolgreiche Firma weiterzuführen. Und sie empfiehlt angehenden Unternehmerinnen, etwas zu tun, für das man eine Leidenschaft hat” und Aufmerksam für den Markt zu sein – man sollte herausfinden, was Menschen wollen und brauchen, bevor man beginnt, etwas aufzubauen.

 

Und schließlich ist ihr Rat an Frauen, keine Angst vor dem Gründen zu haben. Silvia wäre glücklich, „mehr Frauen zu sehen, die ihr eigenes Unternehmen an den Start bringen. Wenn es nicht funktioniert, lerne daraus und beginne von vorne.”