Dänische Schwestern skizzieren ihren Weg an die Spitze

Nanna and Jane Ulsøe

Nanna und Jane Ulsøe, Schwestern aus Dänemark, haben ihre Firma CanvasPlanner in den letzten Jahren organisch aufgebaut. Dazu erklären sie „Ein positives Arbeitsumfeld als Schwestern schaffen zu können ist wirklich schön.

 

Nanna hatte als Projektmanagerin mehrere Jahre in verschiedenen Ländern gearbeitet und war frustriert von dem fehlenden visuellen Input in Projektmanagement-Software: „Alles war sehr textlastig und uninspirierend”.

 

Angetrieben wurde Nanna von der Leidenschaft einer Veränderung unserer Art zu arbeiten. Und so gründete sie im Jahr 2014 CanvasPlanner, eine Software-as-a-service (SaaS). Diese hilft Menschen zu visualisieren und besser zu kommunizieren – mit Post-its, Notizen, Tabellen etc., die auf einer Leinwand angezeigt werden.

 

Für ihren Start nahm Nanna Kredite bei Regionalbanken auf, nicht bei Stadtbanken. Und sie wählte den Weg des Risikokapitals. Als sie die Förderung bekam, nahm sie Kontakt zu Entwicklern in Pakistan auf, um die erste Softwareversion zu programmieren. Seitdem arbeitet sie mit Freiberuflern. Nannas Schwester Jane wurde ein Jahr später Teil des Abenteuers.

 

Nanna hatte befürchtet, dass die Finanzen gerade bei der Zusammenarbeit von Schwestern Konflikte auslösen könnten. Aber sie denkt, dass es ein gewisses Gleichgewicht zwischen Gründerin und jüngerer Schwester gibt. Vertrauen ist die Grundlage ihrer Zusammenarbeit. „[Jane] wird bei Entscheidungen, Handlungen und Gesprächen immer das tun, was am besten für uns beide und unser Unternehmen ist”, erklärt Nanna.

 

Jane glaubt auch an die Bedeutung von Vertrauen: „Ich sage anderen immer, dass sie einen Mitgründer finden müssen, dem sie wirklich vertrauen. Ich kenne viele, die gekämpft haben, weil das Vertrauen nicht von Anfang an da war.”

 

Ohne Investoren fiel es ihnen leichter, das Tempo selbst zu bestimmen und die Kundenbedürfnisse voll und ganz zu verstehen. Es gab viele Höhen und Tiefen, aber sie haben immer an ihrem Projekt festgehalten. „Es war ein langer Weg, aber auf der anderen Seite ist es unser Unternehmen und wir lieben es. Deshalb gibt es uns noch.”

 

Eine Erfolgsgeschichte

 

CanvasPlanner ist seit zwei Jahren auf dem Markt. Die Software ist in dänischer, englischer, spanischer und portugiesischer Sprache erhältlich. Es gibt Anwender in über 100 Ländern – und das Interesse, das Unternehmen 2019 international weiter auszubauen.

 

Jane erklärt, ihre Sicht auf das Unternehmertum habe sich im Laufe der Jahre komplett geändert. Es sei viel härter, als sie anfangs erwartet habe. „Man muss sich daran gewöhnen, dass man nicht immer alle Antworten kennt, und das war schwierig für mich,” erinnert sie sich.

 

Nanna bedauert, dass es kein Vorbild gab, da „es keinen gab, der ein Technologieunternehmen ohne Business-Angels oder Kapital gegründet hatte. Mit vielen der jungen männlichen Vorbilder in der Tech-Branche konnte sie sich kaum identifizieren. ” Aber sie bereut es nicht, ihr Unternehmen anders aufgebaut zu haben: „Man muss an Geld kommen, Leute engagieren und schnell klarkommen, sonst bricht alles zusammen. Ich habe zu viele Menschen scheitern sehen, während wir unser Unternehmen langsam aufgebaut haben.”

 

Als Unternehmerinnen bekamen Nanna und Jane viele Ratschläge auf dem Weg, aber sie warnen: „Alle Ratschläge sind umsonst, aber mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen muss man selbst zurechtkommen.