Bei Elisaveta Terziman-Gutu steht der Kunde an erster Stelle

Elisaveta Terziman-Gutu
Mitbegründerin und Marketingchefin von Fentury

Es ist in Ordnung, nicht alles zu wissen – deshalb hat man ja ein Team, das einem hilft.

 


Elisaveta Terziman-Gutu, Mitbegründerin und Marketingchefin von Fentury

  • Ein automatisierter persönlicher Assistent, der Unterstützung beim Einsparen unnötiger Kosten und bei der Planung bietet
  • Damit können die Nutzer genau sehen, wie viel sie für ihre Familie, Reisen, Restaurantbesuche und „versteckte Gebühren“, z. B. Bank- und Überweisungsgebühren und Abos, ausgeben

Elisaveta Terziman-Gutu hatte einen persönlichen Grund, ihre App „Fentury“ zu entwickeln: Da sie schon seit ihrer Jugend alleine lebt, wurde ihr klar, dass sie einen Finanzplan brauchte, um zu verstehen, wohin ihr Geld ging und wie sie unnötige Kosten einsparen könnte. Schon früh lernte sie, dass die Gründung eines eigenen Unternehmens bedeutet, auf Marktanforderungen zu reagieren und Kundenwünsche zu erfüllen. Im Folgenden erklärt sie, wie man sich Unterstützungseinrichtungen und -veranstaltungen zunutze machen kann und wie wichtig Teamwork ist.

WEgate: Erzählen Sie uns mehr über Ihr Unternehmen

 

Elisaveta Terziman-Gutu: Fentury ist ein persönlicher Finanzberater, der dem Nutzer dabei hilft, sein Geld auf intelligente Weise auszugeben und dadurch mehr zu sparen. Man kann damit alle Finanzkonten zusammenlegen und wird entsprechend der analysierten Daten beraten.

 

Wir sind derzeit ein Team aus 11 Enthusiasten und beabsichtigen, weltweit zu expandieren. In den kommenden zwei Jahren möchten wir enger mit einem Zielpublikum aus der EU und Lateinamerika zusammenarbeiten, danach werden wir uns Australien, Asien und dem pazifischen Raum zuwenden.

 

Was oder wer hat Sie dazu inspiriert, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

 

Ich wollte immer schon unabhängig sein. Ich begann mit 16 zu arbeiten und hatte ein Stipendium, sodass ich mir kein Geld von meiner Familie leihen musste. Jedoch merkte ich schnell, dass für das Leben in einem eigenen Haushalt eine Finanzplanung erforderlich war. Ich probierte also ein paar Apps aus, die sich aber als zu zeitaufwendig und nicht besonders hilfreich erwiesen. Ich bekam den Eindruck, dass der Welt etwas Wichtiges fehlte.

 

Darum beschlossen wir, Fentury zu entwickeln, einen kleinen, persönlichen „Buchhalter“, den man immer bei sich hat und einem rät, wie man es besser machen kann – und zwar in Sekundenschnelle.

 

Welche Herausforderungen sind Ihnen begegnet, als Sie sich zur Gründung Ihres Unternehmens entschlossen? Erhielten Sie irgendeine Form von Unterstützung durch Organisationen?

 

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist nicht einfach. Die erste Herausforderung besteht darin, die richtigen Leute für sich zu gewinnen, denen man vertrauen kann und die einem helfen, auf den Traum bzw. die Vision hinzuarbeiten, die einem vorschwebt. In der Regel beginnt man mit dem Freundeskreis und dem persönlichen Netzwerk – tatsächlich ist es so, dass man schwere Entscheidungen treffen und sich von Menschen trennen muss, die die eigene Vision nicht teilen und die einem nicht beim Aufbau des Unternehmens unterstützen möchten.

 

Eine zweite Herausforderung ist die Einsicht, dass es nicht um die eigene Unabhängigkeit und Handlungsfreiheit geht – es geht um die Kunden und deren Bedürfnisse und Wünsche. Es ist wichtig, stets in Kontakt mit den Kunden zu sein, die Zielgruppe und deren Interessen zu kennen und das Produkt auf dieser Grundlage aufzubauen.

 

Drittens: Die Start-up-Gemeinschaft ist riesig, es gibt viele Veranstaltungen und Einrichtungen, die die eigene Arbeit eventuell fördern können. Aber es ist wichtig, dass man seine Bedürfnisse kennt und weiß, auf welche Weise jede dieser Veranstaltungen hilfreich sein könnte. Sonst geht man auf Dutzende von Konferenzen, statt das Unternehmen aufzubauen.

 

Das Unternehmertum gilt häufig immer noch als Männerdomäne. Was würden Sie jungen Frauen raten, die Unternehmerin werden möchten?

 

Wer hat gesagt, dass Sie es nicht schaffen werden? Ich würde jeder jungen Frau raten, an ihre eigene Kraft zu glauben und mehr Initiative zu zeigen. Es ist in Ordnung, nicht alles zu wissen – deshalb hat man ja ein Team, das einem hilft. Es ist in Ordnung und manchmal sogar gut, Fehler zu machen, denn aus Fehlern lernt man und wird besser.

 

Und am wichtigsten ist es, niemals aufzugeben. Unter Umständen besteht ein enormer gesellschaftlicher Druck und man muss während der Berg-und-Tal-Fahrt der Unternehmensgründung mit vielen Problemen umgehen, aber man wird reichlich dafür belohnt. Behalten Sie in schwierigen Zeiten den Blick auf das Wesentliche, erinnern Sie sich daran, warum Sie das überhaupt machen möchten und liefern Sie weiter tolle Arbeit ab!

 

Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?

 

Mir gefällt meine Arbeit am besten, wenn wir sehr gute und dankbare Rückmeldungen unserer Nutzer erhalten. Wenn man sieht, dass das, was man macht, wirklich nützlich ist, inspiriert einen das, noch härter zu arbeiten, denn man weiß, man ist auf dem richtigen Weg.

 

Lieblingszitat/Motto?

 

Mein persönliches Motto lautet: Gib niemals auf.

 

Meine Lieblingszitate sind: „Start-ups scheitern nicht, Gründer geben auf“ und „Spiel' die Rolle so lange, bis sie dir passt“.