Abbau des digitalen Gefälles zwischen Frauen und Männern

07 März, 2019

Bis zur Gleichstellung der Geschlechter ist es noch ein weiter Weg, besonders auf dem Arbeitsmarkt. Bei einer Konferenz über die Gleichstellung der Geschlechter in Brüssel sprach Mariya Gabriel, Europäische Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, über die Notwendigkeit, eine Antwort auf das digitale Gefälle zwischen Frauen und Männern zu finden.

 

„Europas wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft ist digital”, aber die digitale Welt ist „zu großen Teilen eine Männerwelt, in der Frauen unterrepräsentiert sind und es schwer haben, ihren Platz zu finden”, erklärte Kommissarin Gabriel.

 

Digitalisierung ist wichtig für Bürger und Unternehmen und bietet mehr Chancen als Risiken, wenn sie richtig genutzt wird und für alle Bürger gute Dienste erbringt.

 

In einem neueren Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fand man heraus, dass Hürden beim Zugang zu Bildung und Qualifikationen sowie soziokulturelle Voreingenommenheit für das digitale Gefälle zwischen Männern und Frauen verantwortlich sind. Eine vom Europäischen Parlaments in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Jungen und Mädchen in frühem Alter gleichviel Interesse zeigen, aber nur 9,6 % der weiblichen Studenten IKT-bezogene Abschlüsse machen, im Gegensatz zu männlichen Studenten mit 30,6 %.

 

Diese Kluft setzt sich am Arbeitsplatz fort, da nur 32 % der IKT-Angestellten Frauen sind, und diese bekleiden oft die untergeordneten Positionen (nur 19,2 % sind in Managementpositionen). Auch die Abbruchquote liegt bei den Frauen höher. Nach Angaben der Europäischen Kommission kostet dies die digitale Industrie 16 Mrd. EUR.

 

Aber es ist noch nicht zu spät, Maßnahmen zu ergreifen. Das Gefälle ist ein wichtiges Diskussionsthema auf Kommissions- und fachlicher Ebene sowie bei den Bürgern. Ebenfalls müssen Stereotypen eingedämmt werden, und Mädchen brauchen mehr Vorbilder.

 

Laut Euractive hat Kommissarin Gabriel einen Aktionsplan. Er ist Teil der Strategie, die sie im letzten Jahr auf dem Internationalen Frauentag vorstellte.

 

Die Ziele sind der Abbau von Klischees, die Förderung digitaler Qualifikationen/Bildung und die Förderung von Unternehmerinnen. Die Women in Digital Anzeige wurde ebenfalls gestartet. So wird in den EU-Mitgliedstaaten die Partizipation von Frauen im digitalen Sektor bewertet, sodass Empfehlungen gegeben werden können.

 

Die Kommission veröffentlichte auch eine Erklärung, um Unternehmen zu Maßnahmen zur Eindämmung des digitalen Gefälles zu ermutigen. Sie wird sicherstellen, dass sie sich dazu verpflichten.

 

Kommissarin Gabriel wird die Debatte auch auf Ministerebene fortsetzen, denn „wir können die Situationen von Frauen im digitalen Sektor nur gemeinsam ändern.“