„Wir brauchen mehr weibliche Vorbilder“, findet Unternehmerin und Moderatorin Tania Habimana

Tania Habimana

Überlegen Sie mal: Wie viele Geschäftsfrauen betrachten Sie als Vorbild? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Unternehmerin Tania Habimana nun schon eine ganze Weile. Sie moderiert in Afrika eine Show über Unternehmer. „Ich habe festgestellt, dass auf neun Unternehmer, die ich interviewe, gerade mal eine Frau kommt.“ Und das liegt nicht daran, dass sie nicht hart daran arbeitet, sie zu finden; es gibt einfach zu wenige.

Tania ist im Herzen eine Weltbürgerin. Sie ist in Frankreich geboren, ihre Eltern stammen aus Ruanda, sie wuchs in Belgien und dem Vereinigten Königreich auf und studierte dann in Italien, den Niederlanden und Wales. Sie zog 2014 nach Afrika, um die Modemarke ihres Arbeitgebers auf dem Kontinent aufzubauen, auf dem sie später als Unternehmerin erfolgreich wurde.

 

„Ich arbeitete praktisch in völliger Isolation. Das Unternehmen kannte den Markt nicht wirklich“, erklärt Tania. „Die Firmenzentrale konnte mir also nicht wirklich dabei helfen, Herausforderungen [zu bewältigen]. Das taten meine Kunden, die CEOs und Unternehmer, die meine Anzüge kauften und sich auf dem Markt auskannten.“

 

Während sie Anzüge an Manager verkaufte, unterhielt sie sich oft mit ihnen über die Wirtschaft, sammelte Informationen und Erkenntnisse über den afrikanischen Markt.

 

„Irgendwann kam mir die Idee, dass andere sich auch für dieses Wissen interessieren könnten und dass es ein interessantes Format ist. Daher stammt die Idee für die Show Tailored Business“, verrät sie.

 

Die Show läuft im September 2017 auf CNBC an und hat sie durch ganz Afrika geführt, wo sie Unternehmer und Geschäftsleute getroffen hat, die ihr während der Anprobe ihrer Anzüge ihre Geschichte erzählen.

 

Obwohl Tania Afrika als Kontinent voller großartiger Möglichkeiten und den Markt sieht, der sich als Nächstes zu erobern lohnt, gibt sie auch zu, dass es eine Herausforderung ist, ganz besonders für Frauen. Laut Tania muss mehr unternommen werden, um Chancen bereitzustellen, die Unternehmerinnen ermutigen. Mehr noch als finanzielle Unterstützung möchte sie weibliche Vorbilder sehen. „Mein Unternehmen Habimana House hat eine Tochtergesellschaft in Südafrika. Im Vorstand sitzen ausschließlich Frauen, aber es hat eine Weile gedauert, bis wir endlich die weiblichen Führungskräfte gefunden haben, die wir wollten“, erklärt sie.

 

Es scheint voranzugehen und einige afrikanische Länder machen es Unternehmerinnen leichter, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Zum Beispiel Südafrika. Nach dem Ende des Apartheid-Regimes verabschiedete die neue Regierung den Black Economic Empowerment Act, das Gesetz zur wirtschaftlichen Stärkung von Schwarzen, das Frauen laut Tania wirklich voranbringt. „Sie erhalten tatsächlich viel Unterstützung und Rückendeckung, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch durch Mentoring und Hilfestellung“, fügt sie hinzu.

 

Seit dem Beginn ihrer Unternehmertätigkeit hat Tania ein solches Mentoringumfeld für sich selbst und ihre Mitarbeiter aufgebaut.

 

„Ich bin von einer Gruppe Frauen umgeben, die alle Unternehmerinnen und leistungsstarke Geschäftsfrauen sind“, so Tania. „Ich glaube, Gruppen wie diese können tatsächlich helfen, dass wir das Rad nicht immer neu erfinden müssen. Wir können unser gesammeltes Wissen einsetzen, um Probleme zu lösen oder sie überhaupt erst ans Licht zu bringen.“

 

Tania glaubt fest an den Austausch von Wissen und die Unterstützung anderer auf dem Weg zum eigenen Erfolg im Unternehmertum. Als Beispiel führt sie ein Gespräch an, das sie kürzlich mit einer Praktikantin geführt hat. Sie erzählte Tania, dass sich ein Kunde an ihrem alten Arbeitsplatz ihr gegenüber unangemessen verhalten und sie nicht gewusst hatte, wie sie mit der Situation umgehen solle. „Aber wenn wir wissen, ‚das ist passiert und so gehen wir damit um‘, dann haben wir sofort mehr Macht. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass Wissen Macht ist, dass Reden Macht ist.“