„VERSUCHEN SIE’S!“, RÄT SIRPA JALKANEN.

Sirpa Jalkanen
Researcher and co-founder of BioTie and Faron

 

Wenn Sie etwas gefunden haben, das potenziell verwertbar ist, versuchen Sie’s!

Sirpa Jalkanen, Forscherin und Mitbegründerin von zwei Biotech-Unternehmen: BioTie Therapies und Faron Pharmaceuticals

  • Faron ist ein Unternehmen im Bereich der klinischen Arzneimittelentdeckung und -entwicklung.
  • BioTie hat sich auf die Arzneimittelentwicklung von Produkten für neurodegenerative und psychiatrische Erkrankungen spezialisiert.
  • Eine der drei Gewinnerinnen des EU-Innovationspreises für Frauen 2016

Sirpa Jalkanen ist Professorin an der Universität Turku (Finnland) und Expertin auf dem Gebiet der Biomedizin und der klinischen Medizin. Zusammen mit ihrem Ehemann hat sie zwei Biotech-Unternehmen gegründet, die Medikamente gegen Krebs und Entzündungen wie akute Lungeninsuffizienz, rheumatoide Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und chronische Lebererkrankungen entwickeln. Die Wirkstoffziele sind einzigartig und basieren auf Jalkanens Entdeckungen.

 

WEgate: Können Sie uns mehr über Ihre beiden Biotech-Unternehmen erzählen?

 

Sirpa Jalkanen: Bei BioTie Therapies arbeiten rund 40 Mitarbeiter und bei Faron Pharmaceuticals 10. Allerdings lagert Faron je nach Bedarf viele Tätigkeiten aus, sodass die Anzahl der indirekten Mitarbeiter zwischen 30 und 50 schwankt.

 

Dieser pharmazeutische Bereich birgt ein ungeheures Potenzial, da wir auf Krankheiten abzielen, für die es derzeit keine wirksame Behandlung gibt. In der Regel werden Medikamente für noch unbefriedigte medizinische Bedürfnisse zu Blockbustern, mit denen jährlich mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt werden kann.

 

Was oder wer hat Sie dazu inspiriert, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

 

Wir hatten in Finnland keine Möglichkeit, unsere Entdeckungen wirtschaftlich zu verwerten, da es dort damals noch keine Biotech-Unternehmen gab. Also beschlossen wir (d. h. mein Mann und ich), es selbst anzugehen, und gründeten unsere Unternehmen.

 

Mit welchen Herausforderungen waren Sie konfrontiert, als Sie sich zur Unternehmensgründung entschlossen hatten? Bekamen Sie Unterstützung von Organisationen?

 

Die größte Herausforderung ist die Finanzierung, da die Entwicklungsphasen für neue Medikamente in der Pharmaindustrie sehr lang und sehr teuer sind. Zu diesem Zeitpunkt stand uns keine wirkliche Unterstützung von Gastinstitutionen zur Verfügung.

 

Das Unternehmertum gilt häufig immer noch als Männerdomäne – was würden Sie jungen Frauen raten, die Unternehmerinnen werden möchten?

 

Wenn Sie etwas gefunden haben, das potenziell verwertbar ist, versuchen Sie’s! Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, denn der akademische Alltag unterscheidet sich stark von der Arbeit in der Industrie. Sie brauchen Juristen, Finanzfachleute und andere Experten, die Ihnen helfen.

 

Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?

 

Ich bin von Natur aus erfinderisch veranlagt und versuche, den Geheimnissen der Biologie und des Lebens auf den Grund zu gehen – Routine führt bei mir schnell zu Langweile. Darum muss ich mich mit qualifizierten Menschen umgeben, die die Routineaufgaben übernehmen, die aufgrund der aufsichtsbehördlichen Auflagen äußert wichtig für die Forschung und Entwicklung sind.

 

Lieblingszitat/-motto?

 

Ich habe zwei: „Nur Arbeit, mit der man hoch hinaus will, lohnt sich“ und „Ich stehe noch aufrecht“.